Der Dachshund 1-2 2020

Teckel & Jagd 10 | 1/2 · 2020 ten wir neben Sauen auch Rot- und Reh- wild sowie Füchse. An diesem Tag wurden acht Sauen und ein Fuchs durch den Ein- satz der Hunde erlegt. Zu bewerten hatten wir in diesem Teil der Prüfung die Suche, den Willen Schwarzwild zu finden, den Laut und die Orientierung. Nach dem ersten Treiben gab es eine kleine Mittagspause, bei der alle Hunde wieder bei ihren Hundeführern sein mussten. Ab dem Beginn der Mittagspause hatten die Hunde noch 30 Minuten Zeit, sich bei ihrem Hundeführer einzufinden, ansons- ten wurden sie disqualifiziert und von der Weiterprüfung ausgeschlossen. Leider ver- jagten sich ein Teckel und ein Borderterrier so, dass beide ausscheiden mussten. Das zweite Treiben diente uns als Richter dazu, unser Urteil über die Hunde zu unter- mauern. Dieser Teil der Prüfung ist sehr schwierig zu richten und erfordert eine gute Zusammenarbeit des Richterteams in der Evaluierung der einzelnen Arbeiten. Letztlich wurden alle Beobachtungen mit Uhrzeit, Wildart und dem Hergang notiert und untereinander abgeglichen. Nach der Jagdpraxis wurden die Gehorsamsfächer geprüft. Diese bestehen aus Leinenführigkeit, ana- log zu unserer Vp, demAblegenmit Schuss, wobei hier der Hund allerdings zehn Minu- ten abliegen muss, und dem Standtreiben, das auch analog zu unserer Vp geprüft wird. Ein weiteres Fach ist der Gehorsam nach dem Schuss. Bei diesem Fach wird der Hund zur freien Suche im Feld geschnallt und muss auf ein einmaliges Kommando nach der Abgabe eines Schrotschusses unverzüglich zu seinem Führer zurückkom- men. Jedes weitere Kommando führt zu Abzügen in der Bewertung. Bei den Gehor- samsfächer wird sehr viel Wert auf absolut akkurate Ausführung gelegt. Der zweite Tag der Prüfung startete mit der Arbeit im Schwarzwildgatter. Das Gat- ter war ca. 1 ha groß und aufgrund der Jah- reszeit und der etwas lückenhaften Deckung konnte man die Arbeiten der Hunde sehr gut einsehen und bewerten. ImGegensatz zu unserer Prüfungsordnung wird hier auf das Fach „Finden“ kein beson- derer Wert in Form einer Bewertung in Punkten gelegt. Das Findenwollen und -können wird ausschließlich in der Praxis bewertet. Das Gatter dient hier in der Slo- wakei als reine Wesensüberprüfung der Hunde am wehrhaften Schwarzwild. Die Arbeitszeit beginnt ab dem Finden, vom ersten Kontakt muss der Hund fünf Minu- ten anhaltend am Schwarzwild arbeiten. Die beiden Stücke in diesem Gatter waren sehr wehrhaft! Mehr als einmal retteten sich Richter und Gatterpersonal auf Bäume oder auf den in der Mitte des Geländes befindlichen Hochsitz. Interessant, aber sehr gut nachvollziehbar, ist das Bewertungssystem in der Slowakei. Für eine maximale Bewertung mit 4 Punk- ten muss der Hund anhaltend „Druck“ auf das Schwarzwild aufbauen, stets „Herr der Lage“ sein und die Arbeit dominieren. Jedes längere Verlassen oder zu großer

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